GRÜNE zum Wegzug von Wella - Investoren haben kein Interesse an Tradition und Standorttreue. (17.11.2010)

„Standorttreue spielt in den Überlegungen von Investoren, die keinen traditionellen Bezug zum Stammsitz haben keine Rolle“, kommentiert Brigitte Lindscheid, Fraktionsvorsitzende der Darmstädter GRÜNEN den für 2014 geplanten Umzug des Darmstädter Stammsitzes der Wella AG in den Taunus, „nun bewahrheiten sich die Befürchtungen, die wir schon 2003 hatten, als Wella von Procter & Gamble aufgekauft wurde.“

Vor dem Hintergrund des Wella-Aus für Darmstadt verwies die GRÜNE Fraktionsvorsitzende nochmals auf die Entscheidung, die 40-prozentige Beteiligung der E.on AG an der HSE in städtische Hände zurückzukaufen. Diese Entscheidung sei auch vor dem Hintergrund des Erhaltes von annähernd 2.500 vorhandenen und möglichen, noch künftig zu schaffenden Arbeitsplätzen gefallen. Angesichts der Wegzugsabsichten der Wella AG müsse dieser Entschluss auch aus diesem Blickwinkel betrachtet werden.

„Was von der Ankündigung zu halten ist, dass keine Kündigungen ausgesprochen werden, wird sich in noch zeigen. In der Regel findet bei Standortschließungen auch ein Personalabbau statt.“, urteilt Lindscheid, „der Verlust von 1.000 Arbeitsplätzen ist für die Stadt Darmstadt in jedem Fall ein herber Schlag, der nicht so leicht zu verdauen ist, denn es gehen auch dauerhaft künftige Arbeits- und Ausbildungsplätze verloren. Der Gewerbesteuerrückgang wird zudem eine Größenordnung haben, die sich schmerzhaft auf den Haushalt der Stadt auswirken wird.“

Zeiten, in denen Kommunen ohne Zutun Gewerbesteuern einkassierten und sich daran die Hände wärmten seien lange Vergangenheit, betont Lindscheid. „Offensichtlich hat es sich lange abgezeichnet, dass es bei Wella Zusammenlegungen geben soll. Um für die Zukunft die richtigen Konsequenzen zu ziehen und folgenschwere Versäumnisse zu vermeiden, sollte Oberbürgermeister Walter Hoffmann erklären, auf welche Weise er seiner Verpflichtung der Kontaktpflege und Verhandlungsbereitschaft gegenüber der ansässigen Wirtschaft nachkommt.“

„Daseinsvorsorge bedeutet auch, dafür zu sorgen, dass Traditionsunternehmen ein Umfeld geboten wird, in dem es sich lohnt zu bleiben“, so Lindscheid. Wenn dann allerdings eine Eigentümer-Familie den alten Grundsatz, nachdem Eigentum verpflichtet ohne Not in den Wind schreibe, um das große Geld zu machen, seien auch beste Standortbedingungen keine Lösung.

 

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