Entwicklung des Stadtteilzentrums in Eberstadt – Gewerbeverein und Vertreterinnen und Vertreter der Regierungskoalition im Darmstädter Rathaus formulieren gemeinsame Positionen.

Am gestrigen Abend (20.) kam der Arbeitskreis Wirtschaft von Bündnis 90/Die Grünen und CDU mit dem Vorstand des Eberstädter Gewerbevereins zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Thema des Treffens, an dem auch Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Jochen Partsch, der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Wissenschaft der Stadtverordnetenversammlung Peter Franz, sowie für den Vorstand des Gewerbevereins unter anderem die beiden Vorsitzenden Michael Knieß und Ellen Hellriegel teilnahmen, war die Entwicklung des Einzelhandels in Eberstadt. Im Zentrum stand dabei das derzeit im Stadtteil viel diskutierte Supermarktprojekt im ehemaligen Radio Wilms-Gebäude zwischen Heidelberger Landstraße und dem Parkplatz bei den City-Arkaden.

Das erste Ziel des Austauschs war es, die Gerüchte und Halbwahrheiten, die zum dem Projekt immer wieder gestreut wurden, aufzulösen und die Ausgangssituation des Einzelhandels in Eberstadt gemeinsam nüchtern zu analysieren. Oberbürgermeister Jochen Partsch dazu: „Die Analysen sprechen eine eindeutige Sprache. Seit 2004 ist die Verkaufsfläche im Eberstädter Einzelhandel schleichend um 13% zurückgegangen. Zugleich, und das ist das Pfund mit dem wir wuchern können, ist die Ausstattung des Stadtteilzentrum rund um die Heidelberger Landstraße mit Fachgeschäften immer noch überdurchschnittlich und besser als in vielen gleichgroßen Gemeinden, die ihre Zentren mit Märkten auf der grünen Wiese ruiniert haben. Stillstand wäre jetzt aber Rückschritt“. Dem stimmte Michael Knieß auf Gewerbevereinsseite zu: „Wir sind der Meinung, dass neue Einzelhandelsangebote für unsere Kunden und damit für uns Gewerbetreibende einen Vorteil darstellen. Je breiter das Angebot ist, desto mehr Kunden werden wieder in Ortskern gelockt, desto mehr profitieren alle von der unmittelbaren Nähe der Geschäfte.“

Dass dieses Ziel am Besten mit einem zusätzlichen Lebensmittelmarkt zu erreichen ist, war einhellige Meinung. Dort, wo die Nahversorgung für den täglichen Bedarf gut ist, finden auch andere Geschäfte ihren Kundenstamm. „Wir vom Gewerbeverein haben aus unserer täglichen Arbeit heraus ein besonders feines Gespür für die lokale Einzelhandelslandschaft. Wenn wir genau betrachten, welche Angebote heute in Eberstadt gerade in den kleineren Geschäften schon vorhanden sind, aber gleichzeitig ehrlich die Frage stellen, was in den kommenden Jahren zum Beispiel wegen veralteter Bausubstanz wegfallen könnte, dann kommen wir zu einem klaren Schluss: Der Gewerbeverein empfiehlt für die Neuansiedlung, einen Lebensmitteldiscounter anzusprechen. So ein Angebot wäre eine gute Ergänzung, drückt aber eingesessene Geschäfte nicht an die Wand“, fasste Ellen Hellriegel die umfassende Abwägung zusammen.
Peter Franz, selbst Eberstädter Stadtverordneter der CDU, nahm das gerne auf: „Dieser Hinweis ist für uns in der politischen Entscheidungsfindung wichtig. Er belegt, wie wertvoll der Austausch zwischen Politik und Gewerbetreibenden vor Ort ist. Gemeinsam behalten wir auch jenseits der Tagesaktualität das langfristige Wohl und die Entwicklungschancen unseres Stadtteils im Blick.“

Auch für den konkret angedachten Umbau des ehemaligen Radio Wilms-Gebäudes wurden gemeinsame Positionen diskutiert. So sollte der Eingang zu dem neuen Markt in jedem Fall an der Heidelberger Landstraße seinen Platz finden. Zugleich war man der Meinung, dass der heutige Durchgang zu den City-Arkaden, der auch als Parkplatzzufahrt dient, in der aktuellen Form erhalten wird. Gerade die City-Arkaden können so von einem benachbarten Magnetbetrieb profitieren. Als unrichtig stellte sich heraus, dass der künftige Baukörper bis weit über die Baukante der City-Arkaden hinausragen würde. Die Vorüberlegungen des neuen Eigentümers des Radio-Wilms-Gebäudes sehen dies nicht vor. Auch die Ängste vor einer hässlichen Rückwand können durch eine attraktive architektonische Gestaltung mit einer Wandbegrünung aufgefangen werden. Ersatz für die notwendigen Baumfällungen wäre ohnedies zu schaffen.

Dass ein Teil der Parkplätze wegfallen würde, wurde ebenfalls intensiv besprochen. Einig war man sich, dass bei einer solchen Innenentwicklung im alten Ortskern immer auch gewisse Kompromisse gemacht werden müssen. Zugleich sei allenthalben zu beobachten, dass der Anteil der Kunden, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen, in den letzten Jahren erfreulich gestiegen ist, ergänzte die GRÜNE Stadtverordnete Ellen Schüßler.

Alle Teilnehmer fassten deshalb zusammen: „Wir empfehlen gemeinsam, dass Projekt weiterzuverfolgen. Besser heute als Morgen wird es eine gute Ergänzung für das Stadtteilzentrum sein und Eberstadt gut tun.“

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