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Schließung Kurt-Steinbrecher-Haus - Grün-schwarze Koalition kritisiert Vorgehen der Arbeiterwohlfahrt (AWO).

„Mit 23.000 Einwohnern ist Eberstadt der größte Stadtteil Darmstadts. Die Schließung des Kurt-Steinbrecher-Hauses bedeutet, dass es hier nun kein ortsnahes Versorgungsangebot für Seniorinnen und Senioren gibt“, kritisieren Horst Miltenberger (GRÜNE) und Ludwig Achenbach (CDU), Eberstädter Stadtverordnete der grün-schwarzen Koalition. „Durch die Einrichtung des neuen Altenheims in der Darmstädter Kasinostraße hat die AWO die Angebotssituation an Altenpflegeplätzen in Darmstadt unnötig verschärft und den Wettbewerb ausgeweitet.“

„Hinzu kommt, dass noch im Juli neue Bewohner in die Eberstädter Einrichtung aufgenommen wurden, obwohl zu diesem Zeitpunkt schon klar war, dass das Haus geschlossen werden soll“, betonen Miltenberger und Achenbach. Dieser nach kurzer Zeit neuerliche Umzug sei im Leben der Betroffenen ein gravierender, belastender Einschnitt, der hier in Kauf genommen wurde. Von einem Träger wie der AWO werde jedoch ein sensibler und verantwortungsvoller Umgang mit pflegebedürftigen älteren Menschen erwartet. Bei der Schließung des Kurt-Steinbrecher-Hauses hätten wohl wirtschaftliche Interessen dominiert.

„Das neue AWO-Seniorenheim in der Kasinostraße hat das Überangebot an Altenpflegeplätzen erweitert und die Situation aller Pflegeheime in Darmstadt verschärft“, so die beiden Stadtverordneten weiter, „Eberstadt steht nun gänzlich ohne eine ortsnahe Alternative da. Dies ist für die Bürgerinnen und Bürger, die ihre Angehörigen im Alter vor Ort begleiten wollen kein wünschenswerte Situation“. Schließlich gebe es viele alte Eberstädter, die auch vom Pflegeheim aus noch ihren Eberstädter Kirchturm sehen wollten.

Die Grün-Schwarze Koalition strebe eine stadtteilorientierte Versorgung für Seniorinnen und Senioren an. Dies beinhalte beispielsweise den Ausbau von Strukturen, die es älteren Menschen ermöglichen länger selbständig in ihrer eigenen Wohnung zu leben, in seniorengerechte begleitete Wohnformen umzuziehen oder auch ortsnah gemeinsam Geselligkeit und Sport zu erleben. „Wir setzen uns für lokale Angebote ein, wollen aber gleichzeitig ein Überangebot in unserer Stadt zu Lasten der Seniorinnen und Senioren vermeiden.“ Die Koalition werde bei der Konversion des Eberstädter Klinikgeländes Möglichkeiten untersuchen, dort lokale Angebote für ältere Menschen zu schaffen, so Miltenberger und Achenbach abschließend.

 

Foto: Uta Herbert / pixelio.de, www.pixelio.de

 

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