Klimaschutz in Darmstadt – schon heute Bestandteil aller kommunaler Aktivitäten.

„Wenn die wichtigsten Aktivitäten der direkten Tochtergesellschaften der Stadt Darmstadt einbezogen werden und dann noch das Engagement der Stadtverwaltung berücksichtigt wird, ergibt dies ein durchweg positives Bild von Klimaschutzmaßnahmen, die in Darmstadt längst zum täglich Brot gehören“, kommentieren Hildegard Förster-Heldmann und Yücel Akdeniz, amtierende Fraktionsvorsitzende der Darmstädter Grünen einen Bericht des Darmstädter Echo vom 22.03.2016 über eine Bachelor-Arbeit zu diesem Thema. „Wir widersprechen deshalb vehement der Beurteilung, die Autor dieser Arbeit zieht. Für uns Grüne haben Klima- und Umweltschutz hohe Priorität.“

Um dies zu unterstreichen, führen Förster-Heldmann und Akdeniz eine anschauliche Reihe von Beispielen auf:

Es ist in Darmstadt schon heute gelungen, das städtische Energieunternehmen Entega als bundesweiten Öko-Strom-Anbieter fest im Markt zu positionieren. Seit Rekommunalisierung der Anteile von der E.ON SE ist die Entega im Ranking der Öko-Strom-Anbieter signifikant gestiegen.

Die Straßenbahnen und Hybridbusse der Heag mobilo werden seit Jahren zu 100 Prozent mit Ökostrom der Entega betrieben. Zur Verkehrsanbindung der Lichtwiese ist eine neue Straßenbahnlinie 2 geplant. Das entlastet das Woogsviertel bedeutend vom Busverkehr und sorgt so für eine deutliche Luftverbesserung.

Der Bauverein betreibt seit vielen Jahren energetische Sanierungen im Bestand. Bei Neubauten werden die besten Standards des energetischen Gebäudebaus angewendet. Langfristig angestrebt ist Passiv-Haus-Standard. Die Lincoln-Siedlung wird derzeit als autoarmes Quartier entwickelt, die ersten Mieter sind dort schon eingezogen. Statt eigene Fahrzeuge vorzuhalten, können Mieter dort auf ein Kontingent Elektroautos zurückgreifen, deren stundenweise Nutzung Bestandteil der Mietverträge ist.

Die Heag Holding, unter deren Dach alle städtischen Unternehmensbeteiligungen gemanagt werden, legt für alle städtischen Beteiligungen einen Umweltbericht vor.

Allein diese Beispiele aus den großen städtischen Tochtergesellschaften zeigen, dass der kommunale Klimaschutz in Darmstadt eine hohe Priorität hat. Er ist de facto eine Querschnittsaufgabe, die sich ämterübergreifend durch alle Dezernate zieht. Alle Projekte und Planungen werden auf Klimarelevanz geprüft und bei Bedarf angepasst.  

Weitere Beispiele, die bereits in Umsetzung sind oder schon umgesetzt werden belegen, dass auch in der Stadtverwaltung der Klimaschutz im Fokus liegt.

Im Grünflächenamt wurde der Etat für Baumschutz und -pflanzungen erhöht, ebenso die Mittel für Grünflächenpflege. Auf Antrag der Koalition hat der Westwald Bannwald-Status. Die FSC-Zertifizierung des städtischen Waldes ist seit letztem Jahr in Umsetzung. Der Erhalt und Neuschaffung von Grünflächen, wo immer möglich, ist unabdingbar. Für die Zukunft sollen vermehrt Dach- und Fassadenbegrünung (Vertikale Stadtparks) umgesetzt werden. Dies leistet auch einen Beitrag zur Biodiversität.

Es wurde Geld bereitgestellt für die Umsetzung des Ostparkwegs entlang dem Grünzug Woog. Der Woog wird nach der Badesaison 2016 komplett entleert und entschlammt. Beim Kästnersee ist dies derzeit in Umsetzung. Der Darmbach soll im Herrngarten offengelegt werden, auch dies hat klimarelevante Aspekte. Die Freihaltung der fünf wichtigen Frischluftleitbahnen muss bei Bebauungsplänen strengstens beachtet werden, sie dienen der Versorgung der Stadt mit Frischluft.

Im Vorfeld der Bewerbung zum Weltkulturerbe wird die Mathildenhöhe schon seit langer Zeit für einen Millionenbetrag energetisch saniert. Hierzu gehört auch das Leuchtturmprojekt auf der Fläche der ehemaligen Stadtgärtnerei in der Orangerie, das als ökologisches und inklusives Konzept für Umweltbildung, Naturerleben und Gärtnern in der Stadt steht.

Die Förderung des ÖPNV hat ebenso positive Auswirkungen auf das Stadtklima, wie die Förderung des Fahrrad-und Fußverkehrs. Aktuell wurde nach der Wilhelminenstraße auch die Pankratiustraße als Fahrradstraße eingerichtet.

Nicht zuletzt ist der Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen zu einem vorbildlichen Entsorgungs- und Verwertungsbetrieb umgebaut worden. Bei den neuen Bürogebäuden des EAD auf der Knell wurde der Passiv-Haus-Standard umgesetzt.

Dies sind bei weitem nicht alle Beispiele von klimarelevanten Projekten und Planungen. Es verdeutlich aber anschaulich, dass der kommunale Klimaschutz in Darmstadt – weder gemessen an den eigenen Zielen der GRÜNEN, noch denen der grün-schwarzen Koalition – zu kurz kommt.

„Bei allen diesen Beispielen sind noch nicht die zahlreichen Kooperationen mit wissenschaftlichen Instituten wie dem Institut für Wohnen und Umwelt (IWU), dem Entega Natur Pur-Institut, dem Öko-Institut, der Fraunhofer-Gesellschaft oder der Technischen Universität Darmstadt berücksichtigt, die auch große klima-relevante Bedeutung haben“, erklären die Fraktionsvorsitzenden abschließend. „Es gibt also zahlreiche Gründe, ein positives Bild der Klimaschutzanstrengungen der Stadt Darmstadt zu zeichen. Wir nehmen dies als Ansporn diese Anstrengungen in Zukunft noch weiter zu verstärken und auszubauen.“

 

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