„Chance vertan“ (15.11.2010)

Nach der Veröffentlichung des Schulentwicklungsplans allgemeinbildender Schulen (SEP) durch Schuldezernent Dierk Molter hat die Region offensichtlich die Chance vertan, einen gemeinsamen SEP von Stadt und Region auf den Weg zu bringen. So lautet die Bewertung von Hildegart Förster-Heldmann, Schulpolitische Sprecherin der Stadtverordnetenfraktion von Bündnis90 /Die GRÜNEN.

„Es wurde viel Zeit investiert, eine gemeinsame Planung zu erarbeiten, um in einer Großregion wohnortnahen Unterricht zu ermöglichen. Die Diskussion um einen gemeinsamen SEP hat leider nicht zu einem Konsens geführt, sondern hat durch das unglückliche Wirken des städtischen Schuldezernenten zur Abgrenzungsbereitschaft der Stadt beigetragen.“
So werden nach wie vor die klassischen gymnasialen Bereiche in der Stadt weiter ausgebaut, im Landkreis hingegen werden die Gesamtschulen gestärkt. „Es drängt sich der Eindruck auf, dass in der laufenden Diskussion um einen gemeinsamen SEP das Konkurrenzverhalten zwischen Stadt und Landkreis gestärkt wurde. Dies ist das krasse Gegenteil von dem, was ursprünglich erreicht werden sollte.“

Die Standorte der Integrierten Gesamtschulen und der Kooperativen müssen weiter gestärkt werden, um eine wohnortnahe und sozialraumbezogene Bildung zu ermöglichen. „Dazu gehört auch“, so Förster-Heldmann, „dass endlich über die Schulbezirke im Süden Darmstadts nachgedacht und in der Konsequenz endlich gehandelt wird. Die Segregation der SchülerInnen, die durch die Sonderstellung der Hauff-Grundschule entsteht, müsse aufgebrochen werden.“ Was durch Schulbildung nicht gewährleistet wird, muss später als Zusatzmaßnahme zur Integration in den Stadtteilen durch die Kommune geleistet werden. Daher müssen im SEP die Anforderungen der Jugend- und Sozialpolitik mit einbezogen werden. „Die Schulen müssen den Bedürfnissen ihrer Schülergesamtheit gewachsen sein. Unter dem Stichwort der „Inklusion“ sollen Schulen für Alle konzipiert werden, in der kein Kind ausgesondert wird, weil es den Anforderungen der Schule nicht entspricht.“ Segregation abschaffen und Mut zur Integration, das muss laut Förster-Heldmann ein Credo des SEP sein.

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