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FÜR ALLE KINDER UND JUGENDLICHEN IN DARMSTADT AKTIV SEIN

Sozial- und Jugendpolitik in Darmstadt ist vielfältig und zukunftsorientiert
 

Aufgrund der aktuellen Debatte um die mögliche Übergabe des Albert-Schweitzer-Hauses in Lindenfels an einen freien Träger äußert sich die Grün-Schwarze Koalition im Hinblick auf die Perspektiven der Kinder- und Jugendarbeit sowie zu den vorgetragenen Kritikpunkten an dieser Entscheidung.
Die Koalition in Darmstadt hat sich zum Ziel gesetzt, eine emanzipatorische und partizipative Sozial- und Jugendarbeit zu leisten und weiterzuentwickeln. Dies ist eine große Herausforderung, da zeitgleich Haushaltskonsolidierungsanforderungen gestellt werden, die auch das Sozialdezernat betreffen. Alle Dezernate der Wissenschaftsstadt Darmstadt sind verpflichtet, Einsparmaßnahmen zu prüfen und nach Entscheidungen durch den Magistrat und durch die Stadtverordnetenversammlung umzusetzen.
Im Bereich des Sozialdezernates wird auf konzeptionelle Neustrukturierung gesetzt. Aus diesem Anlass wird die Angebotspalette der Kinder- und Jugendhilfe evaluiert. Dabei geht es vor allem auch um die Frage, welche Leistungen die Stadtverwaltung künftig noch selbst erbringt und welche Aufgaben an freie Träger übertragen werden. Eine solche Aufgabenkritik ist angesichts der Bandbreite und Vielfalt an kommunalen Anforderungen notwendig und entspricht dem Subsidiaritätsprinzip.
Die Diskussion über die Perspektiven der Kinder- und Jugendförderung darf aufgrund dessen nicht einzig am Erhalt einer bestimmten Einrichtung ausgerichtet sein. Doch muss hier auch festgehalten werden, dass diesbezüglich bislang noch keine abschließende Entscheidung gefallen ist. Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat kurz- und mittelfristige Einsparvorschläge erbracht, die nun geprüft werden. Dazu gehört auch die Möglichkeit der Übergabe des Albert-Schweitzer-Hauses an einen freien Träger. Derzeit finden intensive Gespräche mit dem Verein KuBuS e.V. mit Sitz in Fürth-Kröckelbach statt. In diesem Prozess werden die zu leistenden Brandschutzmaßnahmen aktuell nochmals gemeinsam geprüft.
Im Zusammenhang mit der Bekanntgabe, dass Gespräche mit einem Freien Träger geführt werden, wurden aus dem „Freundeskreis des Albert-Schweitzer-Hauses“ und von durch die Stadt beauftragten Betreuungspersonen der Albert-Schweitzer-City Vorwürfe laut, dass freie Träger noch nicht mal ansatzweise die Arbeit der Vergangenheit fortführen könnten. Hier ist die Grün-Schwarze Koalition völlig anderer Meinung. Aus Erfahrung ist bekannt, dass die anerkannten Träger der Jugendhilfe eine ausgesprochen gute und qualitativ hochwertige Arbeit leisten und ohnehin schon jetzt die überwiegende Anzahl der Ferien- und Freizeitangebote durchführen. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt kooperiert schon lange in allen Feldern der Jugendhilfe mit unterschiedlichen freien Trägern wie z.B. mit Caritas, Diakonie, Falken, Arbeiterwohlfahrt, Bund katholischer deutscher Jugend, evangelische Jugend und vielen anderen. Eine Entwertung der Arbeit dieser freien Träger entbehrt jeglicher Grundlage und darf nicht unbelegt formuliert werden.
Die Stadt Darmstadt arbeitet nicht nur vertrauensvoll und kooperativ mit den Trägern zusammen, sondern definiert Qualitätsziele und Leistungsanforderungen. Über diese Steuerungsfunktion ist garantiert, dass die Arbeit der Träger kontinuierlich evaluiert wird. Das gilt auch für den an der Übernahme des Albert-Schweitzer-Hauses interessierten anerkannten Träger der Jugendhilfe, den Verein KuBuS e.V. . Sollte mit dem Verein KuBuS eine Einigung erzielt werden, steht einer Weiterführung der Ferienangebote nichts mehr im Weg. Die Befürchtung, die Tradition des ASH würde durch eine Übernahme durch einen freien Träger beendet sein, ist ebenfalls nicht richtig. Für die Kinder, die ihre Freizeit im ASH verbringen, ist es unerheblich, wer die Trägerschaft innehat, für sie zählt das Ergebnis.
Die Behauptung, sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche könnten sich diese Ferienfreizeiten zukünftig nicht mehr leisten, ist nicht richtig. Schon heute und auch in Zukunft erhalten Kinder aus einkommensschwachen Familien Zuschüsse für Ferienmaßnahmen. An diesem Prozedere wird sich aufgrund einer anderen Trägerschaft des ASH nichts ändern.
Vor allem lässt sich die Grün-Schwarze Koalition nicht vorwerfen, Entscheidungen würden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefällt. Die Sozialdezernentin Akdeniz hat im Vorfeld mit Kindern und Jugendlichen aus dem ASH gesprochen, in der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände wurde Zustimmung zum Vorgehen der Umstrukturierung in der Kinder- und Jugendarbeit ausgesprochen, im Jugendhilfeausschuss wurden die Pläne vorgestellt, und schließlich war die Leitung des Jugendamtes zu jeder Zeit in die Überlegungen eingebunden. Darüber hinaus entscheidet immer noch die Stadtverordnetenversammlung über die Vorlage, die ihr zu gegebener Zeit vorgelegt werden wird.
Mit einer einseitigen Kritik an der Arbeit des Sozialdezernates, die nur auf die Schließung einer einzelnen Einrichtung zielt, wird die Dimension der Kinder- und Jugendhilfe der Stadt reduziert und den Kritikern scheint nicht klar zu sein, dass nicht alles so weitergehen kann, wie es einmal war. Darmstadt muss Konzepte für alle der über 23 000 Kinder und Jugendlichen aufstellen, muss Themenschwerpunkte noch besser aufeinander abstimmen, die Kooperation mit Freien Trägern intensivieren und kann sich nicht nur auf die Wünsche und die Hoffnungen derjenigen konzentrieren, deren Herz am ASH hängt. Denn das Haus wird nicht, wie befürchtet, „in den Abfall geworfen“, sonders die Wissenschaftsstadt Darmstadt wird alles daran setzen, dass das Haus erhalten bleibt. Ein freier Träger kann dabei die Aufgaben gut erfüllen, die die Stadt lange Zeit – unbestritten auch gut – übernommen hat.
Eine Sozialpolitik, die ihre finanziellen und personellen Ressourcen auf die Trägerschaft einer einzelnen Einrichtung konzentrieren würde, wäre eindimensional und würde den Bedarfen moderner Kinder- und Jugendarbeit nicht gerecht. Deshalb unterstützen wir die Überlegungen der Sozialdezernentin und werden diesen Weg konstruktiv begleiten.

Der Fraktionsvorstand von Bündnis 90 / Die GRÜNEN
Hildegard Förster-Heldmann, Birgit Pörtner, Yücel Akdeniz, Hans Fürst
 

Der Fraktionsvorstand der CDU
Dorothee Schmitt, Anna-Maria Sturm, Hartwig Jourdan, Peter Franz, Karl-Heinz Töns

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