Gute Asylpolitik ist eine wichtige sozialpolitische Aufgabe - Darmstadt setzt auf dezentrale Unterbringung und sozialpädagogische Begleitung.

„Eine Willkommenskultur als Basis unserer kommunalen Asylpolitik ist das Ziel der grün-schwarzen Koalition in Darmstadt“, erklären Horst Miltenberger sozialpolitischer Sprecher der GRÜNEN und Wilhelm Kins (CDU), Vorsitzender des Sozialausschusses der Stadt Darmstadt. „Die Asylsuchenden, die in Darmstadt ankommen, werden nicht in Gemeinschaftsunterkünften sondern dezentral in eigenem Wohnraum untergebracht und erhalten künftig eine noch intensivere sozialpädagogische Begleitung.“

Darmstadt habe in den vergangenen Jahren mehr Flüchtlinge aufgenommen als durch die Zuweisungsquote des Landes vorgegeben war, das führe dazu, dass nun überwiegend Menschen zum Zwecke der Familienzusammenführung nach Darmstadt ziehen.

„Um die Integration der Asylsuchenden zu fördern, ist das Leben in Nachbarschaften und Familienzusammenhängen unserer Ansicht nach sehr förderlich, dieses Vorgehen unterstützt der hessische Flüchtlingsrat ausdrücklich“, führen Miltenberger und Kins weiter aus. „Zusätzlich zu der sozialpädagogisch betreuten dezentralen Unterbringung fehlt es allerdings noch an integrativen Angeboten, da der Gesetzgeber nicht von einem dauerhaften Aufenthalt der AsylbewerberInnen ausgeht“, ergänzen die beiden Sozialpolitiker, „deshalb hat die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung einer Clearing- und Koordinationsstelle beschlossen, um ergänzend zu den Regelleistungen weitere notwendige Unterstützungsmaßnahmen zu schaffen, insbesondere Sprach- und Bildungsangebote, aber auch die Unterstützung bei der Aufnahme von Arbeitsmöglichkeiten.“

Es sei wichtig diesen Menschen ein Angebot zu unterbreiten, damit sie merken - sie sind nicht alleine in der Bewältigung ihrer Fluchterlebnisse und der Integration in ihrem neuen Wohnumfeld. Je früher die Hilfe ankomme, umso präventiver die Wirkung in den Bereichen Gesundheit und Bildung. „Darmstadt hat früh und gut gehandelt“, betonen die beiden Koalitionäre, „Wie es sich für eine weltoffenen Stadt gehört, wurden gute Konzepte mit allen Akteuren der Asylpolitik entwickelt und kommunale Finanzmittel eingestellt.“
Die Zahle der Asylsuchenden in Hessen sei in den vergangenen 7 Jahren von 1.280 jährlich auf 8.500 gestiegen, ergänzen Miltenberger und Kins, Ursache dafür seien die kriegerischen Auseinandersetzung in Somalia, Syrien und Afghanistan.

„Nach Auskunft des Sozialdezernates erhalten in Darmstadt derzeit 175 Menschen in 99 Haushalten Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz“, so die sozialpolitischen Sprecher abschließend, „Zum 01.12.2013 waren in Darmstadt 1.172 Menschen aus völkerrechtlichen, politischen oder humanitären Gründen sowie als anerkannte Asylberechtigte gemeldet.“

Bild: (C) S. Hofschlaeger / www.pixelio.de

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