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Umbenennung Hindenburgstraße - GRÜNE befürworten neuen Vorstoß.

„Rechte Gewalt und rassistische Mordtaten sind leider eine beängstigende Realität in Deutschland. In Darmstadt steht dem eine überwiegende Gegenbewegung aus zahlreichen  gesellschaftlichen, politischen und religiösen Organisationen und Einrichtungen gegenüber, die entschlossen ist, der Wiederkehr und Ausbreitung von rassistischem Denken, Hass und Gewalt in dieser Gesellschaft entgegenzutreten“, erklärt Hildegard Förster-Heldmann, Parteisprecherin der Darmstädter GRÜNEN, „die neue Initiative zur Umbenennung der Hindenburgstraße ist vor diesem Hintergrund zu begrüßen.“

„Die Darmstädter Bevölkerung steht hinter einem ganzen Bündel von Initiativen gegen rechts. Im Holocaust-Gedenkjahr 2013 'Gegen das Vergessen!' erinnern zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen an die Darmstädter Beteiligung an der Machtergreifung der Nazis, die Deportation von unschuldigen Menschen in Vernichtungslager, die Reichspogromnacht und viele Gräueltaten mehr, die von Nationalsozialisten verübt wurden“, betont die Parteisprecherin, „eine erneute Diskussion über die Umbenennung der Hindenburgstraße muss vor dem geschichtlichen Hintergrund möglich sein. Generell sollte in diesem Zusammenhang überprüft werden, ob es noch weitere Straßen oder Plätze in Darmstadt mit geschichtlich vorbelasteten Namen gibt.“

Die historische Figur Hindenburg sei nach wie vor höchst umstritten. Als Initiator der 'Dolchstoß-Legende' und durch die Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 habe Hindenburg einen zentralen Beitrag zur Etablierung der nationalsozialistischen Diktatur geleistet, argumentiert Förster-Heldmann. Die ehrenamtliche Stadträtin Iris Bachmann habe bereits 2007 kritisiert, dass andere Darstellungen und Auslegungen, die die Rolle Hindenburgs herunterspielen, den tatsächlichen Geschichtsverlauf beschönigen würden. „Die Geschichte rechtfertigt eine Umbenennung der Straße“, schlussfolgert Förster-Heldmann. Wünschenswert sei, dass der neue Straßenname einen Bezug zu Darmstadt habe.

Die letzte Initiative im Jahr 2007 sei leider an den Gegenstimmen der Anwohner gescheitert. Das Ergebnis der damaligen Abstimmung sei aber nach Ansicht der GRÜNEN kein politisches Votum zu Hindenburg gewesen, sondern vor allem eine Entscheidung über die Unannehmlichkeiten und auch eventuellen Kosten, die mit einer Umbenennung einhergegangen wären. „Eine Befragung aller Darmstädterinnen und Darmstädter - denn die Hindenburgstraße geht als als wichtige Nord-Süd-Achse alle BürgerInnen an - hätte gleichwohl ein anderes Ergebnis gebracht“, gibt Förster-Heldmann zu denken.

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