Elektromobilitätskonzept für Darmstadt – Fundierte Grundlage für den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf Elektromobilität

"Darmstadt wächst. Mit der Zunahme der Einwohnerzahl steigt auch der Verkehr. Im Hinblick auf Luftreinhaltung und Lärmreduktion sind wir auf den Wechsel zu alternativen Mobilitätsformen angewiesen. Überall dort, wo das Auto unverzichtbar ist, sollten andere Mobilitätsformen, insbesondere Elektromobilität in Betracht gezogen werden. Dies wird aber nur auf Akzeptanz in der Bürgerschaft stoßen, wenn die Parameter stimmen", so Stefan Opitz (GRÜNE) und Ctirad Kotoucek (CDU), verkehrspolitische Sprecher der grün-schwarzen Koalition. "Wir begrüßen deshalb die Entscheidung des Magistrats, das Elektromobilitätskonzept in Auftrag zu geben. Eine Ladesäule muss da stehen, wo sie gebraucht wird, sonst macht sie keinen Sinn.

Für die Wahl des Aufstellungsorts sind viele Faktoren ausschlaggebend. Beispielsweise muss berücksichtigt werden, dass langsames Laden prinzipiell günstiger ist als schnelles. Deshalb sind Ladestationen in Wohnungs- oder Arbeitsplatznähe, also an Orten, an denen das Auto lange abgestellt wird, sinnvoll. Damit das Betreiberunternehmen den günstigen Preis aber auch anbieten kann, muss die Ladesäule oft frequentiert werden, ein häufiger Wechsel der Autos ist also ebenfalls anzustreben", so die Koalitionäre. Langfristig wird sich durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur die gesamte Netzstruktur verändern. Große Bereiche des städtischen Tochterunternehmens ENTEGA sind davon betroffen.
Mit dem Elektromobilitätskonzept werden fachlich fundierte Grundlagen für den strategischen Ausbau einer bedarfsorientierten Ladeinfrastruktur und die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf Elektromobilität geschaffen. Stadt- und Verkehrsentwicklung finden dabei ebenso Berücksichtigung wie Synergien mit anderen städtischen Planungsprozessen wie etwa dem "Masterplan 2030+ Darmstadt weiterdenken", "Green City Darmstadt" und "Digitalstadt Darmstadt". Für die Umsetzung des Förderprojekts sind zwölf Monate veranschlagt. Die Kosten werden zu 20 Prozent von der Wissenschaftsstadt Darmstadt und zu 80 Prozent vom Bund getragen.

Schon jetzt ist Darmstadt Modellregion für Elektromobilität. IHK, Technische Universität, Fraunhofer LBF, ENTEGA, HEAG mobilo, Wissenschaftsstadt Darmstadt und viele andere Akteurinnen und Akteure innerhalb der Stadt sind im engen Austausch miteinander. In der Lincoln-Siedlung gehört ein E-Carsharing-Pool fest zum Konzept und kann in absehbarer Zeit durch vollständig oder teilweise autonom fahrende Elektro-Busse ergänzt werden. Die Stadt hat 2017 über das Förderprojekt der ENTEGA „100 Ladesäulen für Südhessen“ 20 Ladesäulen in Darmstadt installieren lassen. 2018 kommen weitere vier hinzu, die gemeinsam mit der Telekom im Förderprojekt „eMobility“ beschafft werden.

"Die Stadt selbst geht mit gutem Beispiel voran und nimmt die Elektrifizierung des städtischen Fuhrparks mit in den Blick", so die zwei Politiker. Im Rahmen der Konzeptausarbeitung soll auch untersucht werden, wie die Umsetzung strategisch und ämter- und institutionsübergreifend durchgeführt werden kann. Die städtischen Beteiligungsunternehmen EAD, Bauverein, HEAG mobilo, ENTEGA etc. begleiten das Projekt. "Das Elektromobilitätskonzept ist ein weiterer Baustein, um Darmstadt fit für die Zukunft zu machen", so Opitz und Kotoucek. "Und es soll nicht auf Darmstadt beschränkt bleiben. Das Konzept hat das Potenzial, auf die benachbarten Landkreise übertragen zu werden, sodass sich auch die Emisson des beruflichen Pendlerverkehrs reduziert."

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