Die betroffenen Mieterinnen und Mieter im Mathildenhof wurden im vergangenen Jahr im Zuge einer Veranstaltung über die geplante Baumaßnahme und die Baumfällungen informiert. Dort wurde jede einzelne Fällung begründet und ohne größeren Widerspruch zur Kenntnis genommen. Die zeitliche Verzögerung bis zur Fällgenehmigung kommt daher, dass die Baugenehmigung erst Mitte Februar erteilt wurde. Der Bauherr wurde bereits bei Einreichung der Bauvoranfrage im September 2018 vom Bauaufsichtsamt aufgefordert, alle Möglichkeiten zu prüfen, vorhandene Bäume zu erhalten. Dies war leider nicht möglich. 

Bei den betroffenen Bäumen handelt es sich um 12 Wildpflaumen, die direkt an den Gebäuden stehen und dort zu Schädigungen führen können, sowie um vier weitere große Bäume, die dem dort geplanten Parkdeck im Weg stehen. Als Ausgleich für diese Bäume ist eine Neuanpflanzung von 14 Bäumen auf dem Grundstück vorgesehen. 

Darmstadt ist so attraktiv, dass jedes Jahr ca. 2.000 EinwohnerInnen hinzukommen. Grundstücke für Wohnungsbau sind nur sehr begrenzt vorhanden. Ohne Nachverdichtung in bestehenden Wohngebieten ist es nicht möglich, die hohe Nachfrage nach Wohnraum zu befriedigen. In diesem Fall geht die Abwägung, dort 34 neue Wohnungen zu schaffen, zulasten der 16 betroffenen Bäume.

Wie Sie auf die Zahl von 200 gefällten Bäumen auf der Lichtwiese kommen, erschließt sich uns nicht. Entlang des Lichtwiesenwegs, auf der 1,3 Kilometer langen geplanten Straßenbahntrasse, wurden/werden insgesamt 31 Bäume gefällt. Alter Baumbestand wurde bewusst geschont.

Auch uns ist an einem grünen Darmstadt gelegen. Im Stadtgebiet der Wissenschaftsstadt Darmstadt stehen über 50.000 Bäume. Ihre Bedeutung – insbesondere vor dem Hintergrund der dichterwerdenden Stadt – ist uns bei der Stadtplanung immer im Bewusstsein. Deshalb liegt allen Entscheidungen immer ein Abwägungsprozess zugrunde. Im Falle des Mathildenhofs wurde zugunsten der Schaffung von Wohnraum entschieden, bei der Lichtwiese geht es um die Stärkung der ökologischen Mobilität im Sinne der Luftreinhaltung. Über die Baumschutzsatzung ist verbindlich geregelt, dass für die gefällten Bäume selbstverständlich Ausgleichspflanzungen vorgenommen werden, damit das Grün insgesamt nicht weniger wird.

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