GRÜNE- und CDU-Fraktion: Sanierung Martinsviertel war Initialzündung für erfolgreiche Bürgerbeteiligungsprozesse

"Die Sanierung des Martinsviertels hat in vielerlei Hinsicht Maßstäbe gesetzt“, so die Fraktionsvorsitzenden Nicole Frölich und Yücel Akdeniz (beide GRÜNE) sowie Roland Desch und Alexander Schleith (beide CDU). "Eine rücksichtsvolle Verkehrsplanung, die Schaffung von Grünflächen und bürgerschaftlich genutzten Plätzen, der Aufbau einer sozialraumorientierten Infrastruktur – vieles, was bei uns im Städtebau heute Standard ist, wurde im Martinsviertel erstmals umgesetzt. Vor allem aber war die Sanierung eine Art Initialzündung für erfolgreiche Bürgerbeteiligungsprozesse in Darmstadt. Hier haben Verwaltung, Politik und Bürgerschaft in Sachen Dialogkultur viel gelernt."

Das Quartier nördlich der Innenstadt war 1972 eines der ersten Stadtviertel in Deutschland, die zum Sanierungsgebiet erklärt wurden. Dass es nicht zum geplanten Abriss des alten Gebäudebestands und dem Bau einer mehrspurigen Schnellstraße mitten durch das Wohngebiet kam, ist im Wesentlichen dem Engagement vieler Bewohnerinnen und Bewohner zu verdanken.

Stattdessen vollzog sich ein Paradigmenwechsel im Umgang mit dem historischen Baubestand. Nach dem Prinzip der erhaltenden Erneuerung wurden 56 städtische und 35 private Häuser behutsam saniert, 59 Straßen und Plätze umgebaut, Innenhöfe entsiegelt und zu Spiel- und Gemeinschaftsanlagen umgestaltet. Mit der Fertigstellung des Kinder- und Jugendhauses in der Pankratiusstraße ist der 47 Jahre währende Sanierungsprozess, der zu 40 Prozent von Land und Bund finanziert wurde, jetzt beendet. Zum Abschluss hat die Fachverwaltung eine umfangreiche Dokumentation vorgelegt (siehe www.darmstadt.de).

"Ob es die erste Tempo-30-Zone der Stadt ist, die Gemeinschaftsgärten in den Innenhöfen oder die aktive Beteiligung der betroffenen Menschen – die Broschüre liefert viele Impulse und anschauliche Beispiele wie die Lebensqualität erhalten und, wo nötig, weiter verbessert werden kann. Dafür möchten wir uns ganz herzlich bedanken", so die Koalitionärin und die drei Koalitionäre. "Trotz der vielen Partikularinteressen ist es im Martinsviertel meist gelungen, eine Lösung zum Wohle der Stadt als Ganzes zu finden. Das ist eine wichtige Erfahrung – insbesondere angesichts des starken Wachstums unserer Stadt und der damit verbundenen Nachverdichtung."

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