"Je mehr Menschen sich für das Klima einsetzen, desto besser und wirkungsvoller", so die Fraktionsvorsitzenden Nicole Frölich, Yücel Akdeniz (GRÜNE), Roland Desch und Alexander Schleith (CDU). "Damit kann die nächste Phase eingeleitet werden, um in Darmstadt bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Die zahlreichen Initiativen und Aktionen innerhalb der Zivilgesellschaft zeigen: Eine breite Akzeptanz dafür ist da. Das wird helfen, um bei der Umsetzung noch mehr Fahrt aufzunehmen als bisher."

Seit 2002 hat die Stadt Darmstadt ein Klimaschutzkonzept. 2013 wurde es von der Koalition aus GRÜNEN und CDU gründlich überarbeitet und mit 138 Maßnahmen ausgestattet. Nach dem Übereinkommen von Paris zur Begrenzung der Klimaerwärmung auf 1,5 °C wurde das Konzept evaluiert, um die Zielvorgaben entsprechend anzupassen. Das Ergebnis wurde in der vergangenen Woche in einer Bürgerinformationsveranstaltung öffentlich vorgestellt.

"Wie erwartet, hat die Evaluation ergeben, dass noch deutlich mehr getan werden muss als bisher. Die nächsten Schritte haben wir bereits im September mit dem grün-schwarzen Antrag 'Höchste Priorität für Klimaschutz – Weltklima in Not – Darmstadt handelt' eingeleitet", so die Politikerin und die drei Politiker. "Kommende Woche wird unsere Koalition sie mit zwei weiteren Anträgen in der Stadtverordnetenversammlung finanziell untermauern: 100.000 Euro werden beantragt, um künftig bei allen Magistratsvorlagen den Klimavorbehalt geltend zu machen. Zusätzliche 100.000 Euro dienen dazu, ein Monitoring des Waldes zu ermöglichen sowie Maßnahmen zur Sanierung und zu seinem Schutz durchzuführen."

Noch andere Dinge sind bereits in die Wege geleitet worden: Der Runde Tisch Wald ist installiert, das Sofortinvestitionsprogramm '4x4 Rad' zur Erhöhung des Rad-Anteils in voller Umsetzung. 

Gemeinsam mit den Landkreis-GRÜNEN und dem Darmstädter Kreisverband haben wir ein Verkehrskonzept vorgelegt, das schwerpunktmäßig auf die Schiene setzt. Dieses wurde mit der Entscheidung, die Planung der Straßenbahn nach Groß-Zimmern zu beauftragen, unabhängig davon, ob der Bund seine Berechnungskriterien für die Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) aktualisiert, direkt angegangen. Der Bau einer Straßenbahn nach Wixhausen wird ebenfalls geprüft. Darmstadt ist gemeinsam mit dem Landkreis Ökomodellregion, um die Umstellung der Landwirtschaft auf ökologische Wirtschaftsweise zu unterstützen, und vieles mehr.

Bisher war das Klimaschutzkonzept stark auf die Stadtwirtschaft und andere Bereiche, die dem direkten Einfluss von Magistrat und Verwaltung unterliegen, fokussiert. "Das war auch nötig, da die Veränderungen quasi im eigenen Haus beginnen müssen, zumal sich diese dort am schnellsten umsetzen lassen. Wie der Nachhaltigkeitsbericht der Darmstädter Stadtwirtschaft zeigt, hat das auch funktioniert. Die Stadtwirtschaft hat ihre CO2-Emissionen (ohne Netzverluste) von 172.895 t im Jahr 2012 auf insgesamt 63.850 t im Jahr 2017 unter anderem durch die Umstellung auf 100 Prozent Ökostrom der Entega deutlich reduziert. Mit einer Reduktion von 63 Prozent in fünf Jahren nimmt sie damit eine Vorreiterrolle ein und ist Vorbild für andere Unternehmen und Private", so die Vier.

Das städtische Tochterunternehmen Entega ist der bundesweit führende Ökostromanbieter. Schon seit über zehn Jahren fährt es einen klaren Atomausstiegskurs und setzt stattdessen auf den Ausbau erneuerbarer Energien. 

Dank der Straßenbahnen fährt der ÖPNV in Darmstadt schon heute etwa zur Hälfte elektrisch. Das städtische Tochterunternehmen HEAG mobilo beabsichtigt, auch den Busverkehr mit rund 80 Fahrzeugen bis 2025 komplett mit Ökostrom zu betreiben. Die Umstellung ist deutschlandweit eine der umfangreichsten.

Dort, wo neue Quartiere entstehen, werden von vornherein umweltverträgliche Maßstäbe gesetzt. Beispiele dafür sind das mehrfach ausgezeichnete Mobilitätskonzept in der Lincoln Siedlung oder das dortige PassivhausSozialPlus. Schwieriger ist es, wenn man Veränderungen im Bestand vornimmt. Das zeigt sich immer wieder, wenn irgendwo in der Stadt Fahrspuren zugunsten von ausreichend breiten Fuß- und Radwegen wegfallen oder energetisch saniert wird.

"Klimaneutralität bis 2035 ist ein ambitioniertes Ziel. Wir können es nur schaffen, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, statt uns aneinander aufzureiben. Wir brauchen so viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter wie möglich. Der neu ausgerichtete Klimaschutzbeirat ist das geeignete Forum, um die Arbeit jetzt noch intensiver und breiter aufgestellt fortzusetzen. Lasst uns beginnen!"

 

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