GRÜNE- und CDU-Fraktion: 
Fortschreibung des Schulentwicklungsplans – Gute Basis für vorausschauende und bedarfsorientierte gemeinsame Planung

"Der aktualisierte Schulentwicklungsplan bietet gemeinsam mit dem bereits vorliegenden Bildungsbericht eine gute Grundlage, um die Darmstädter Bildungs- und Betreuungslandschaft bedarfsorientiert weiterzuentwickeln und nachzusteuern, wo noch Handlungsbedarf besteht", so die Fraktionsvorsitzenden Nicole Frölich, Yücel Akdeniz (GRÜNE), Roland Desch und Alexander Schleith (CDU). "Das städtische und das staatliche Schulamt waren bei der Erarbeitung involviert. In einem breit aufgestellten Beteiligungsprozess konnten im Vorfeld Stellungnahmen abgegeben werden. Auf dem, was jetzt vorliegt, werden wir gemeinsam mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren weiter aufbauen."

Der grün-schwarze Magistrat der Stadt Darmstadt hat jüngst die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans für allgemeinbildende Schulen für die Jahre 2020 bis 2025 vorgelegt. Sie soll in der Stadtverordnetenversammlung Anfang April beschlossen werden, bevor sie ans Hessische Kultusministerium zur Genehmigung geht. Aufgrund der Fülle der zu behandelnden Themen werden der Primar- und Sekundarbereich getrennt betrachtet. Der erstellte Plan behandelt zunächst Grund- und Förderschulen.

"Als wachsende Stadt mit einer großen Zahl an jungen Familien braucht Darmstadt eine vorausschauende Planung. Es müssen Schulen neu gebaut und bestehende Schulen erweitert werden." Ein Blick auf die Zahlen macht das anschaulich deutlich: 2017 gab es an den Darmstädter Grundschulen in einem Jahrgang rund 1.400 Schülerinnen und Schüler. Das kommt rein rechnerisch 56 Klassen gleich. Prognosen des Amtes für Wirtschaft und Stadtentwicklung zufolge wird 2027 in Darmstadt die mittlere Jahrgangsbreite 1.800 Grundschulkinder umfassen, was wiederum 72 Klassen bedeuten würde. Der Zuwachs in Höhe von 16 Klassen entspräche vier vierzügigen Grundschulen.

Zudem trägt der Schulentwicklungsplan den umfangreichen Veränderungen in Gesellschaft und Bildungswesen Rechnung. "Eine gute inklusive, gebundene, rhythmisierte Ganztagschule bis 14.30 Uhr mindestens mit anschließender qualitativ hochwertiger Betreuung am Ort der Schule stellt an die räumliche und personelle Ausgestaltung andere Anforderungen. Auch diesbezüglich ist der Schulentwicklungsplan als Leitlinie für die Entscheidungen hinsichtlich schulorganisatorischer und schulbaulicher Maßnahmen anzusehen", so die vier Fraktionsvorsitzenden.

Die Zahl der an den Grundschulen betreuten Kinder nimmt stetig zu. Daran muss sich die Entwicklung der räumlichen Infrastruktur orientieren: Im Schuljahr 2018/19 wurden 2.368 Schülerinnen und Schüler an Darmstädter Grundschulen am Nachmittag betreut. Das macht einen Anteil von rund 45 % aus, davon entfallen rund 33 % auf die Schulkindbetreuung und rund 12 % auf den Pakt für den Nachmittag. In diesem Schuljahr sind drei weitere Grundschulen dem "Pakt für den Nachmittag" beigetreten, sodass heute bereits 2.527 Darmstädter Kinder innerhalb der Grundschulen betreut werden.

"Bei der Schulentwicklung ist es uns wichtig, dass zur Entkopplung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg beigetragen wird", so Frölich, Akdeniz, Desch und Schleith. "Jedes Kind soll, unabhängig von seinem Elternhaus, die gleichen Bildungschancen haben."

Anhand des Schulentwicklungsplans und des Bildungsberichtes wird deutlich, dass der Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe bei der Gruppe der Migrantinnen und Migranten aus den verschiedenen Grundschulen sehr unterschiedlich ist. "Hier sind die Hintergründe zu klären und gegebenenfalls notwendige Anpassungsmaßnahmen anzustoßen. Stadtteile, in denen es laut Sozialatlas besonderen Förderbedarf gibt, sollen diesen auch verstärkt bekommen", so die Vier.

"Hinsichtlich des Zuschnitts der Grundschulbezirke wollen wir den Zuwachs und die starke Dynamik der Schulentwicklung nutzen, um eine ausgewogene soziale Durchmischung innerhalb der Grundschulen zu erreichen. So wird es unter anderem eine neue Grundschule in der Lincoln Siedlung geben. Die Kyritzschule wird zu einem eigenen Grundschulstandort werden. Im Süden von Eberstadt muss im Rahmen des Neuzuschnitts die isolierte Situation der Wilhelm-Hauff-Schule aufgelöst werden, damit in diesem wachsenden Stadtteil mit dem Bereich Klinikum neue gesellschaftliche Vernetzungen entstehen können. Das wäre ein weiterer Schritt hin zu mehr Chancengerechtigkeit."

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