Arbeitskreis Bildung

SprecherInnen:
Ulrike Rüger      Mail: Schwandt-Rueger@t-online.de
Thomas Tramer Mail: thomas.tramer@gruene-darmstadt.de
Yücel Akdeniz    Mail: yuecel.akdeniz@googlemail.com


Kommende Veranstaltungen


Werden in Kürze bekanntgegeben.


Vergangene Veranstaltungen & Nachberichte


Darmstadt, 24.09.2019

Gesellschaft im Wandel
Bildungslandschaft für lebenslanges Lernen

Angesichts vielfältiger gesellschaftlicher Transformationsprozesse gewinnt das lebenslange Lernen zunehmend an Bedeutung. Zudem führen nicht selten persönliche Veränderungen zur Notwendigkeit oder zu dem Wunsch, sich beruflich neu zu orientieren. Die regionale Bildungslandschaft muss entsprechend flexibel passende Angebote auf einem hohen Qualitätsniveau für alle bereitstellen.

Der Arbeitskreis Bildung von Bündnis 90 / Die GRÜNEN hatte deshalb am 24. September 2019 zu einer Gesprächsrunde zum Themenkreis „Weiterbildung – lebenslanges Lernen“ eingeladen.

Luigi Beltempo, Berater beim Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft, Dr. Florian Schöll, Geschäftsführer für den Bereich Bildung der Handwerkskammer Rhein-Main und Esther Hachen, Geschäftsführerin des Frauenkompetenzzentrums femkom, gaben als Impulsgeber*innen einen Einblick in ihre Arbeit.

Die zentralen Aspekte der Beiträge waren:

Die Umschulungsbegleitung des Bildungswerks der hessischen Wirtschaft unterstützt Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihren vorherigen Beruf nicht mehr ausüben können. Finanziert werden die Maßnahmen durch Agentur für Arbeit, Rentenversicherung bzw. Berufsgenossenschaft. Die Unterstützung umfasst Begleitung, Vorbereitung, Stützunterricht für die Umschüler*innen während der Umschulungszeit (Dauer: zwei bis zweieinhalb Jahre). Es gibt nur sehr geringe Durchfallzahlen und eine hohe Übernahmequote durch die Umschulungsbetriebe in Höhe von rund 65 Prozent. Bei einer Finanzierung über die Rentenversicherung und die Berufsgenossenschaft kann auch eine psychologische Betreuung erfolgen. Programme der Agentur für Arbeit finanzieren eine solche psychologische Unterstützung in der Regel nicht.

Die Handwerkskammer ist ihrerseits auch Mitglied im Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft. Die Kammer selbst ist vorrangig zuständig für die Erstausbildung und die klassischen Meistervorbereitungskurse. Spezifische Schulungen für neue Technologien erfolgen im Bereich des Handwerks zumeist über die jeweiligen Hersteller (Herstellerzertifikate). Angeboten werden aber auch innovative Bildungsprojekte mit sozialpädagogischer Betreuung und Sprachförderung (proaktiv, Unterstützung des Ausbildungserfolgs). Ausbildungsabbrüche drohen typischerweise bei häufigem Zuspätkommen oder schlechtem Benehmen gegenüber Kunden. Unterstützung wird auch angeboten bei psychischen Problemen und bei Prüfungsangst. Eingerichtet werden zudem Zukunftswerkstätten mit neuer methodisch-didaktischer Einrichtung und verschiedene Lernortkooperationen. Besonders im Handwerk gibt es aktuell viele nicht besetzte Arbeitsplätze, sodass auch Personen, die in der Vergangenheit vielleicht keine Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt hatten, heute eher eingestellt und entsprechend begleitet werden sollten.

Das Frauenkompetenzzentrum femkom bietet speziell Qualifizierung für Frauen nach der Familienphase an. Darunter sind auch zahlreiche sehr gut ausgebildete Frauen, die ein Studium abgeschlossen hatten. Angeboten wird zum Beispiel die Vorbereitung auf ein Kooperationszertifikat mit der IHK (Sachbearbeitungsebene). Dabei handelt es sich um eine Teilzeitweiterbildung mit hoher Übernahmequote. Eingebunden sind umfangreiche Formen des digitalen Lernens

Weitere Gesprächspunkte waren:

  • Programme der Arbeitsagentur: hohe Abbruchquoten: Maßnahmen werden von der Agentur möglichst kostengünstig eingekauft, zu qualifizierende Personen werden zugewiesen
  • Modelle für Menschen ohne Berufsausbildung über Jahresmodule mit Qualifizierungsbausteine (200 bis 400 Stunden) mit Kammerzertifikaten, danach Zulassung zur Externenprüfung
  • Berufsschulentwicklung Darmstadt – Darmstadt/Dieburg
  • Motivierung von Frauen für Handwerksberufe

Begrüßt wurde die Ankündigung, dass der zweite Bildungsbericht der Stadt Darmstadt sich mit der beruflichen Bildung und der Weiterbildung befassen wird. Damit sollte ein guter Überblick über die regionale Bildungslandschaft in diesem Sektor gegeben sein, der als Basis für weitere Gestaltungsoptionen dienen kann.


STRUKTUREN IN DARMSTADT UND KONSEQUENZEN FÜR DIE GESTALTUNG DER KOMMUNALEN BILDUNGSLANDSCHAFT

Liebe Freundinnen und Freunde,

in der Stadt Darmstadt erfolgt eine vielfältige Datengewinnung und -analyse, die unter anderem fundierte und aussagekräftige Basisinformationen über die Strukturen der Bezirke und Sozialräume der Stadt bereitstellt. Datenreport und Bildungsbericht stellen wichtige Fakten zusammen und arbeiten Wechselwirkungen heraus. Dabei zeigen sich auffällige Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen und Bezirken. Beispielhaft seien hier einige Aspekte genannt:

  •  Kinder und Jugendliche sind nicht gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt.
  • Kinder und Jugendliche aus Familien im SGBII-Bezug finden sich in Darmstadt in sehr
  • unterschiedlichem Umfang in den verschiedenen Bezirken.
  • Der Anteil von Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund unterscheidet sich zwischen den Stadtteilen deutlich.
  • Beim Wahlverhalten zeigen sich erkennbare Unterschiede nach Stadtteilen.

Diese und weitere Unterschiede sollten auch unter dem Gesichtspunkt notwendiger und sinnvoller Weiterentwicklungen des regionalen Bildungsangebots für alle Altersgruppen betrachtet werden. Um die Situation in den Stadtteilen und Bezirken genauer kennenzulernen und mögliche Konsequenzen für den Bildungsbereich zu diskutieren, laden wir zum nächsten Treffen des Arbeitskreises Bildung von Bündnis 90 / Die GRÜNEN ein.

Herr Günther Bachmann, Abteilungsleiter Statistik und Stadtforschung, und
Frau Franziska Retzlaff, Bildungsmanagerin,

werden als Input wichtige Merkmale der Stadtteile bzw. Bezirke vorstellen und relevante Unterschiede aufzeigen. Anschließend wollen wir diskutieren, wie das Bildungsangebot weiter ausgestaltet werden könnte, um den Herausforderungen in den Stadtteilen zu begegnen.

Termin:

Dienstag, 21. Mai 2019, um 19:00 Uhr

im GRÜNEN Büro, Lauteschlägerstraße 38, 64289 Darmstadt.

Wir freuen uns auf euer Interesse, eure Diskussionsbeiträge und Anregungen.

Sprecher*innenkreis des AK Bildung: Ulrike Rüger
Yücel Akdeniz
Thomas Tramer


„Digitalstadt Darmstadt“
Welche Chancen ergeben sich für die Bildung?

Liebe Freundinnen und Freunde,

in Verbindungmit dem Ausbau der Stadt Darmstadt zu einer digitalen Modellstadt werden verschiedene Projekte im Bildungsbereich angegangen:

  • Entwicklung qualifizierter Medienkonzepte als umfassender Schulentwicklungsprozess für drei Modellschulen,
  • Erstellung eines digitalen Bildungswegweisers,
  • Aufbau eines Hauses der digitalen Medienbildung,
  • Umsetzung von Schülerprojekten.

Diese Projekte können für die Weiterentwicklung eines umfassenden und vernetzten regionalen Bildungsangebots genutzt werden. Um die Projekte genauer kennenzulernen und die Entwicklungschancen für den Bildungsbereich zu diskutieren, laden wir zur Informations- und Diskussionsrunde des Arbeitskreises Bildung von Bündnis 90 / Die GRÜNEN ein.

Frau Dr. Monika Krutsch, Leiterin der Volkshochschule Darmstadt,
und
Frau Franziska Retzlaff, Bildungsmanagerin, Bereichsleiterin Bildung der Digitalstadt GmbH
werden als Input für diese Runde einen Überblick zu den Projekten im Bildungsbereich geben. Anschließend können wir diskutieren, wie diese Vorhaben unter aktiver Beteiligung der Bildungsinteressierten weiter ausgeschärft, konkretisiert und realisiert werden können.

Termin:

Mittwoch, 27. Februar 2019, um 19:00 Uhr

im GRÜNEN Büro, Lauteschlägerstraße 38, 64289 Darmstadt

Wir freuen uns auf eure Fragen, Diskussionsbeiträge und Anregungen.

Sprecher*innenkreis des AK Bildung:
Ulrike Rüger
Yücel Akdeniz
Thomas Tramer


Darmstadt, 29.01.2019

„Grüne Handschrift“ im Bildungsland Hessen. Bildungspolitisches Gespräch zum Koalitionsvertrag mit Mathias Wagner

Welche bildungspolitischen Themen setzt der Koalitionsvertrag für die kommenden fünf Jahre auf die Agenda der hessischen Landespolitik? Welche Akzente sind dabei durch die bildungspolitischen Vorstellungen der GRÜNEN in besonderer Weise geprägt?
Unter diesen Fragestellungen hatte der Arbeitskreis Bildung in Darmstadt am 29. Januar 2019 zum Gespräch mit Mathias Wagner, dem Fraktionsvorsitzenden der GRÜNEN im hessischen Landtag, ins HoffArt Theater eingeladen. Auch die Darmstädter Landtagsabgeordnete Hildegard Förster-Heldmann war gekommen, um die Fragen und Hinweise der Teilnehmer*innen für die weitere Arbeit aufzunehmen und ihre eigenen Sichtweisen und Erläuterungen in die Diskussion einzubringen.

Als Einstiegsimpuls stellte Matthias Wagner ausgewählte Aspekte aus dem bildungspolitischen Teil des Koalitionsvertrags im Überblick vor:

  • Ausbau des Ganztagsschulangebots vor dem Hintergrund des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich,
  • Erweiterung der Möglichkeiten für Schulen, neue pädagogische Wege zum Erreichen der Bildungsziele einzuschlagen (pädagogisch selbstständige Schulen),
  • Neugestaltung der Lehrerbildung, besondere Unterstützung von Schulen mit großen Herausforderungen,
  • Weiterentwicklung der inklusiven Bildung
  • und die Entlastung der Schulen von Verwaltungsaufgaben durch zusätzliches Verwaltungspersonal.

Es folgte eine intensive und kontroverse Diskussion. Ein besonderer Schwerpunkt war dabei die Frage, inwieweit die Unterrichtsmethode „Lesen durch Schreiben“ weiterhin ermöglicht werden soll. Thematisiert wurde das akute Problem des Lehrermangels, insbesondere im Förderschulbereich und im Bereich der beruflichen Schulen. Der Wunsch nach Förderung der kulturellen Bildung – auch in Kooperation mit freien Trägern - wurde unterstrichen. Hinterfragt wurden die nächsten Schritte bei der Umsetzung von Inklusion in allen Schulformen und die weitere Entwicklung der  Förderschulen.

Der Arbeitskreis Bildung von Bündnis 90/Die GRÜNEN in Darmstadt wird in der kommenden Zeit einzelne Themen aufgreifen und zur vertieften Diskussion und Bearbeitung einladen. Die Termine werden auf der Homepage und im Newsletter angekündigt.

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