Digitalmedizin: Eine Chance zur positiven Gestaltung des Gesundheitswesens und für den Standort Darmstadt

Die Podiumsdiskussion „Digitalmedizin. Patientenorientierte Digitalisierung- wie geht das“, zu der am 26.03. der AK Digital von Bü´90/ Die Grünen Darmstadt ins Justus-Liebig-Haus eingeladen hatte, war ein voller Erfolg. Vor einem großen Publikum aus über 50 Zuhörerinnen und Zuhörern, sprachen die Diskutanten, zu denen neben Prof. Dr. med. Michael Wild, Prof. Dr. med. Rainer Kollmar und Prof. Dr. Björn Eskofier auch die Parteisprecherin der Darmstädter Grünen und Landtagsabgeordnete Hildegard Förster-Heldmann zählte, über Anforderungen, Chancen und die ethischen Herausforderungen der Digitalmedizin. Digitalmedizin müsse patientenzentriert, medizinisch hochqualitativ, sektorenübergreifend, sicher für Gesundheitsversorger sowie Patientinnen und Patienten als auch kosteneffizient sein, so Prof. Wild und Prof. Kollmar in ihrem Eröffnungsstatement. Die Chancen, die Künstliche Intelligenz, Big Data und Informatik für die klinische Versorgung bieten, bestünden laut Prof. Eskofier darin, dass sie neue Formen der Diagnostik, beispielsweise durch Mustererkennung, sowie Therapie eröffnen und bestehende Prozesse optimieren könnten. Das digitalisierte Gesundheitswesen wird eine Flut personenbezogener Daten generieren.  In der bundesdeutschen Datenschutzgesetzgebung sowie die Datenschutzgrundverordnung der europäischen Union sieht Prof. Eskofier verlässliche Instrumente zum Schutz von Gesundheitsdaten. Hildegard Förster-Heldmann plädierte dafür die Gestaltungsoptionen der Digitalmedizin aktiv zu nutzen. Die „hervorragenden Ausgangsbedingungen des Standorts Darmstadt“ müssten für die Etablierung eines „Zentrums für Digitalmedizin“ genutzt werden.

Die Digitalisierung wird vor allem die Arbeit der Ärzte und ihre Beziehung zu den Patienten verändern. Daraus erwachsen neue ethische Herausforderungen. „Schon heute kooperieren Mensch und Maschine im Gesundheitswesen“, führte Prof. Wild dazu aus. Roboter seien teilweise zu erheblich komplexeren und feineren Eingriffen fähig als Ärzte. Dies führe nach Wild aber nicht zur Entmenschlichung oder zur totalen Automatisierung. „Wenn etwas schiefgeht, liegt die Verantwortung beim Menschen, er allein wird in Haftung genommen“, so Wild weiter. Der direkte menschliche Kontakte bleibe die fundamental wichtigste Aufgabe ärztlichen und pflegerischen Handelns.

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